Gemeindegeschichte
Foto: Schwaikheim
Foto: Schwaikheim

Ein Porträt Schwaikheims

Landschaftlich schön gelegen, umgeben von flachen Obstbaumwiesen, die sich mit weiten, fruchtbaren Feldern und kleinen Hügeln abwechseln, präsentiert sich Schwaikheim dem Betrachter.

Es ist angenehm, hier zu wohnen: Einerseits ist die Landeshauptstadt Stuttgart durch die S-Bahn oder mit dem Pkw über die B 14 schnell zu erreichen, andererseits liegt das Naherholungsgebiet der Berglen und der Buocher Höhe praktisch vor den Toren Schwaikheims. Zahlreiche Rad- und Wanderwege bieten Gelegenheit, Erholung und Entspannung zu finden. Der Zipfelbach schlängelt sich als kleines Bächlein durch Schwaikheim.

Hier im Zipfelbachtal haben sich vermutlich auch die ersten Menschen niedergelassen. Funde zeugen davon, dass dieses Tal in der Jungsteinzeit, also rund 4000 – 1800 vor Christus, von Menschen bewohnt war. So fand man beispielsweise 1975 in den Lohwiesen einen Stamm, der wohl von einer Hütte stammt und in die Zeit der Bandkeramiker eingeordnet werden kann, was bedeutet, dass er ca. 3700 Jahre alt ist.

Der bedeutendste Fund, der auf Schwaikheims Gemarkung entdeckt wurde, ist ein Schlittschuh, der aus einem Tierknochen gefertigt wurde – wirklich erstaunlich – wenn man sich vorstellt, dass die Menschen vor ca. 4000 Jahren schon Schlittschuhe benutzt haben!

Die Kelten, die zur späten Bronzezeit (1800 v. Chr.) oder der frühen Eisenzeit (600 v.Chr.) hier lebten, wurden zu Anfang unserer Zeitrechnung von den Römern bezwungen. Die Römer errichteten Kastelle, um ihr erobertes Land zu sichern und verbanden die Siedlungen durch ein „Straßennetz“ miteinander. So kann beispielsweise die Römerstraße, heute „Römerweg“ genannt, die von Schwaikheim nach Affalterbach führte, teilweise heute noch recht gut verfolgt werden.

Die Fundamente eines Gutshof wurden erstmals bei der Flurbereinigung im Oktober 1928 im Schönbühl entdeckt.
Im Juni 2003 wurden, nach jahrelanger Suche bei einer kleinen Grabung unter der Leitung von Fritz Schanbacher, Apotheker aus Schwaikheim, die Fundamente wieder entdeckt und vorübergehend freigelegt.

Um das Jahr 260 verdrängten die germanischen Stämme die Römer und siedelten sich dort an. Die Alemannen brachen die Steinhäuser der Römer ab und errichteten Holzhäuser. Nachdem schließlich die Franken die Alemannen nach Süden verdrängten, verlief die neue Stammesgrenze der Franken und Alemannen in unmittelbarer Nähe von Schwaikheim: Über Hertmannsweiler, Nellmersbach, Weiler zum Stein und nördlich von Siegelhausen.
Im Jahr 853 wurde der Name „Sueinincheim,“ zum ersten Mal schriftlich erwähnt: Im Urkundenbuch des Reichsklosters Lorsch an der Bergstraße.
Immer wieder mussten die „früheren Schwaikheimer“ Not, Elend und Unglück durchstehen: Während des Dreißigjährigen Krieges wurden zahlreiche Menschen durch die Pest getötet, so dass sich die Bevölkerung von Schwaikheim stark dezimierte. Gegen Ende des Krieges zogen viele Familien aus der Umgebung zu.

Als Folge der Franzoseneinfälle wurde Schwaikheim am 28. Juli 1693 angezündet, wobei das Rathaus sowie 29 der besten Gebäude abbrannten.

Mit dem Aufschwung Ende des 19. Jahrhunderts wurde mit dem Bau der Eisenbahnlinie begonnen . Das Dorf Schwaikheim wandelte sich infolge der Industrialisierung von einer landwirtschaftlichen Dorfgemeinde in eine Industrie- und Arbeiterwohngemeinde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg schrumpften die landwirtschaftlichen Betriebe zusammen und aus vielen landwirtschaftlichen Gebäuden wurden moderne Läden und Geschäftshäuser.

Heute ist Schwaikheim mit rund 9.400 Einwohnern eine moderne Gemeinde mit leistungsfähigen Handels-, Handwerks- und Industriebetrieben, die über alle wichtigen Einrichtungen der Grundversorgung verfügt.

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