Gemeinde Schwaikheim

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Närrisches Treiben im Rathaus

Der Bürgermeister legt die Amtsgeschäfte in die Hände von Narren

Das Wichtigste vorweg: Schwaikheim ist neuerdings schuldenfrei! Und niemand geringeres als Bürgermeister - pardon, Ex-Bürgermeister! - Gerhard Häuser war der Geldeintreiber. Kein nachsehen hatten nämlich die Schwaikheimer Sumpfgoischder zusammen mit den "Putzteufeln" der Landfrauen beim Rathaussturm am schmotzigen Donnerstag mit dem Ortsoberhaupt. Häuser gab den Chefsessel zwar nicht kampflos, aber letztlich doch erfolglos auf und legte die Geschicke der Gemeinde bis Aschermittwoch in die Hände der Narren. In gewohnter Manier haben die neuen "Chefs" auch Häusers Ehefrau Susanne in das Geschehen einbezogen. Sie bekam von den Putzteufeln Hochprozentiges überreicht. Damit könne sie sich die Wohnung schön trinken, wenn sie mal keine Lust aufs Putzen habe. Und überhaupt sei ihr Mann ja ständig mit Arbeit beschäftigt und könne so ja gar kein Chaos daheim anrichten.

Zugute halten muss man dem Rathauschef, der erstaunlich schnell das Zepter aus der Hand gab, dass er es aber auch mit einer wahren Übermacht an Narren zu tun bekam. Schwaikheim hat zum Rathaussturm geblasen und alle sind gekommen: der Faschingsverein Burgstetten, die Wetzstoi-Hexa aus Spiegelberg, die Narrenzunft Althütte, die Narrenzunft Auenwald, die Hemminger Strohgäunarren, die Gees-Musiker aus Nellmersbach, die Holma’le aus Ingersheim, die Weinstädter Guggenmusik sowie die Verrückten Hühner aus Althütte.

Also ergab sich Häuser seinem Schicksal und kroch im "Turbo-Schneckentempo" zur schuldenfreien Gemeinde. Dazu hatten die Narren 103-Euro-Scheine - die Pro-Kopf-Verschuldung des Fleckens - unter dem Publikum auf dem gut gefüllten Rathausplatz verteilt. Häuser blieb also nichts anderes übrig, als die vielen kleinen und großen Jecken um diese "Spende" anzubetteln. 
Zuvor jedoch musste der Rathauschef aus dem Rathaus vertrieben werden. Dazu haben die Sumpfgoischder pünktlich um 15.01 Uhr am Balkon der Amtsstube angeleitert, um diese zu stürmen. Dass sie es dabei diesmal ruhiger angehen lassen wollten, "weil der Bürgermeister isch ja jetzt vielleicht in seiner letzta Amtsperiode und bereitet sich eventuell auf seinen Ruhestand vor", wie Sumpfgosichd Holger Pfanz vermutete, davon war an diesem sonnigen Mittag nichts zu spüren. Es wummerte und radaute vor dem Rathaus wie eh und je.

Überhaupt stimme es nicht, dass Häuser schon einen Platz im Erweiterungsbau des Hauses Elim für seinen Altenteil reserviert habe. "Was schwätzsch denn du dahonda für ein Scheiß raus, i glaub, i hör net recht", erwiderte Häuser. Im Gegenteil, er wolle die Gemeinde unter dem Motto "Weniger ist manchmal mehr" weiter voranbringen. Der Konter ließ natürlich nicht lange auf sich warten: "Ja, des wisset mir, denn weniger Parkplätze in der Ortsmitte bedeutet mehr Betrieb auf der Straße, um en Parkplatz zu finda!" Eins ums andere rackerten sich Sumpfgoischd Holger Pfanz und Schultes Gerhard Häuser an der Kommunalpolitik ab. Die vielen Lacher und der heftige Applaus belegten dabei deutlich, Lokalpolitik ist alles andere als eine staubtrockene Angelegenheit.

Apropos staubtrocken: Angemessen feucht-fröhlich haben die Narren aus nah und fern gemeinsam mit dem Bürgermeister auf dem Rathausvorplatz weitergefeiert. Wenn die Amtsgeschäfte bis Aschermittwoch so weiterlaufen, oh weh, oh weh...

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