Die mit dem Projekt beauftragte Kreisbaugesellschaft Waiblingen mbH hat ihre Planungen im Rahmen der öffentlichen Gemeinderatssitzung vorgestellt. Nach dem Rücktritt des ersten Investors Ebner & Bürkle Städtebau GmbH aus diesem Projekt hatte der Gemeinderat am 7. Juni 2011 das kommunale Unternehmen mit der Überplanung und Überbauung des Areals beauftragt. Für den neuen Bauträger liege der besondere Reiz in Schwaikheim darin, einen städtebaulichen Mittelpunkt mit ansprechender Architektur zu schaffen, sagte Dirk Braune, Geschäftsführer der Kreisbaugesellschaft. Die Gemeinde will die Nahversorgung verbessern und die Kaufkraft in Schwaikheim halten. Daher soll im neuen Dienstleistungszentrum ein Vollsortimenter angesiedelt werden, bei dem die Dinge des täglichen Bedarfs erhältlich sind. Zurzeit führt die Kreisbaugesellschaft Verhandlungen mit Edeka und Rewe als mögliche Betreiber des Lebensmittelmarkts. Damit genügend Parkplätze zur Verfügung stehen, ist eine Tiefgarage mit 124 Stellplätzen vorgesehen. Der schwierige Baugrund stellt dabei noch eine Herausforderung für die Planer dar. Die Gemeinde strebt an, von der Kreisbaugesellschaft 71 Stellplätze in der Tiefgarage als öffentliche Stellplätze zu kaufen. Die Kosten hierfür betragen voraussichtlich 1.065.000 Euro. Oberirdisch gibt es nur Platz für 19 Autos. Der Lieferverkehr wird eine von den Kunden getrennte Zufahrt von der Bismarckstraße erhalten.
Eine neue Filiale der Kreissparkasse Waiblingen wird ebenfalls im Dienstleistungszentrum gebaut. Die Erweiterung des Einzelhandelsangebots sowie Platz für Gastronomiebetriebe sieht der Investor für die Schwaikheimer Ortsmitte auch vor. Darüber hinaus sollen weitere Büro- und Praxisräume entstehen. Auch komfortable und barrierefreie Wohnungen für Familien, Senioren und für Menschen mit Behinderungen sind geplant. „Ziel der Gemeinde ist es, das Ortszentrum attraktiv und leistungsfähig zu erhalten und für neue Impulse zu sorgen“, sagte Bürgermeister Gerhard Häuser. Die ökologisch nachhaltige Bauweise sollen gemäß den Planungen ein Blockheizkraftwerk, Wärmepumpen und Photovoltaik ergänzen.
Grundstücksfrage endlich gelöst
Im Jahr 2005 hatte sich der Gemeinderat entschieden, den Bau eines Einkaufszentrums und eines Bürgerhauses in der Ortsmitte zu realisieren und gleichzeitig die Alternative im Gewerbegebiet Klingwiesen verworfen. Im darauffolgenden Jahr erhielt der Bauträger Ebner & Bürkle Städtebau GmbH den Zuschlag für die Bebauung des Areals Bahnhofstraße / Bismarckstraße. Der Investor konnte jedoch nicht die Vorgabe erfüllen, die Grundstücke selbst zu erwerben. Im April 2009 übernahm die Gemeinde nach einem entsprechenden Gemeinderatsbeschluss selbst die schwierige Aufgabe des Grunderwerbs: Bis Ende 2011 waren alle 35 benötigten Grundstücke mit einer Gesamtfläche von rund 7.500 Quadratmetern in ihrem Besitz. Diese wurden von 23 Eigentümern erworben. Die Grundstücke nördlich der Bismarckstraße mit einer Gesamtfläche von 5.530 Quadratmetern werden nun an die Kreisbaugesellschaft Waiblingen mbH weiter veräußert. Der Preis für den Verkauf beziffert sich auf 1.080.000 Euro und wurde durch einen öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen unter Berücksichtigung der vorhandenen Bodenverhältnisse ermittelt. Die Kreisbaugesellschaft hatte bereits im Januar 2012 im Rahmen einer nichtöffentlichen Sitzung dem Gemeinderat erstmals die Planungen präsentiert. Anschließend wurden diese sowohl im Gremium als auch im erweiterten Ältestenrat mehrfach beraten und ein Grundsatzbeschluss erarbeitet. Die Beratung hat der Bürgermeisterstellvertreter Edgar Schwarz geleitet, weil Bürgermeister Häuser als Aufsichtsrat der Kreisbaugesellschaft Waiblingen mbH befangen war.
Erst Norden dann Süden
Das Projekt „Dienstleistungszentrum“ teilt sich in zwei Bauabschnitte. Beim ersten Bauabschnitt im Bereich nördlich der Bismarckstraße werden der Lebensmittelmarkt, der Neubau der Kreissparkasse, die Tiefgarage sowie Büro- und Wohnflächen gebaut. Mit der Planung hat die Kreisbaugesellschaft die Schwaikheimer Architekten Markus Schatz und Harald Collin beauftragt. Diese haben eine vierstöckige Bebauung mit versetzem Sockel und Pultdach zu Papier gebracht. Der Lebensmittelmarkt wird nach Angaben der Architekten eine Brüstungshöhe von 12,4 Metern haben. Die Traufhöhe wird knapp 15 Metern betragen. Das Gebäude der Bank soll eine Brüstungshöhe von 10,4 Metern und eine Traufhöhe von 12,5 Metern aufweisen. Die Gebäude sind somit höher als die in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft. „Insgesamt halten wir jedoch die geplante Baumasse mit ihrer horizontalen und vertikalen Gliederung an dieser markanten Stelle in der Ortsmitte für angemessen“, resümierten die Architekten bei der Vorstellung am 15. Mai.
Der zweite Bauabschnitt südlich der Bismarckstraße wird auf rund 2.000 Quadratmetern zusätzliche Flächen für Einzelhandel und Gastronomie bringen. Für das Hauptgebäude hier ist ein Flachdach mit einer Attikahöhe von 14,2 Metern vorgesehen. Bei der Gestaltung dieses Bauabschnitts im südlichen Teil des Areals ist eine aktive Beteiligung der Bürger– etwa durch die Bildung einer Ideenwerkstatt, in der die Vorschläge und Wünsche der Bevölkerung mit einfließen, – vorgesehen.
Die Schwaikheimer Bürgerinnen und Bürger können sich am 25. Juni 2012 um 19.30 Uhr ein eigenes Bild von den Planungen machen und ihre Fragen stellen. Bei der Bürgerversammlung in der Gemeindehalle stellen die Gemeinde und die Kreisbaugesellschaft das Konzept vor.