Nachricht
Reden der Bürgermeisterin zur Gedenk- und Ehrungsveranstaltung Umbenennung Gerhard-Häuser-Platz und Lothar-Krüger-Halle
Rede zur Umbenennung des Gerhard-Häuser-Platzes
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Angehörige,
sehr geehrter Herr Landrat Dr. Sigel,
Sehr geehrter Herr Landrat im Ruhestand Johannes Fuchs und seine Ehefrau,
sehr geehrter Herr Oberbürgermeister von Backnang und Vorsitzender der Kreistagsfraktion „Freie Wähler“ Maximilian Friedrich, ich begrüße Sie sehr herzlich!
Ich begrüße auch den Vertreter des Gemeindetagspräsidenten Steffen Jäger,
und die Bürgermeister der benachbarten Kommunen:
Bürgermeister Jürgen Kiesl aus Leutenbach,
Bürgermeister Reinhold Sczuka aus Althütte
Bürgermeister Thomas Bernlöhr, Kreisverbandsvorsitzender und Bürgermeister von Welzheim,
den aktuellen Bürgermeister aus Korb, Markus Motschenbacher,
Herrn Bürgermeister A. D. Jochen Müller aus Korb und seine Ehefrau,
die Bürgermeister aus dem Bürgermeistersprengel und der Bürgermeisterkreisversammlung,
den Ersten Bürgermeister Jürgen Haas aus Winnenden in Vertretung von Hartmut Holzwart,
liebe Mitglieder der Freien Wähler Kreistagsfraktion, liebe Ursula Jud,
sehr geehrte Vertreter unseres Polizeipostens und des Polizeirevierts,
ich grüße auch unseren Feuerwehrkommandanten Herrn Stefan Rauleder,
die Kameraden von der Feuerwehr und die Herren und Damen von der Altwehr,
liebe Frau Deutschle von der evangelischen Kirche
liebe Trägerinnen und Träger der Bürgermedaille: Herr Zoller, Frau Röger und Frau Schneider,
den Vertreter der Kreisbau Dirk Braune
Jürgen Jehle, mit den er zusammen in der Bürgerstiftung gearbeitet hat.
Ich begrüße auch die stellvertretenden Bürgermeister, unsere Gemeinderäte
liebe Schwaikheimerinnen und Schwaikheimer, liebe Gäste,
heute ist ein Tag, an dem Schwaikheim innehält.
Ein Tag, an dem wir uns bewusst machen, wie viel Kraft in einer Gemeinde steckt,
wenn Menschen Verantwortung übernehmen – über Jahre, über Jahrzehnte.
Wir ehren heute Bürgermeister Gerhard Häuser. Und später ziehen wir weiter zur Gemeindehalle, um Bürgermeister Lothar Krüger zu ehren. Zwei Männer, die nicht nur verwaltet haben, sondern gebaut, gestaltet, getragen. Zwei Männer, die Schwaikheim zu dem gemacht haben, was es heute ist.
Ich empfinde dafür große Dankbarkeit. Und ich danke dem Gemeinderat, der diese Ehrungen gewollt und ihnen einstimmig zugestimmt hat.
Heute schließt sich ein Kreis, der noch offen war.
Einen Gruß und Dank darf ich weitergeben von der Familie Häuser, die mitteilen lässt, dass sie Ihr Zusammenkommen und die Würdigung der Leistungen von Gerhard Häuser sehr wertschätzen. Aus emotionalen Gründen ist es ihnen noch nicht möglich, hier anwesend zu sein, aber den Dank an die Anwesenden und Wertschätzung der Würdigung darf ich Ihnen herzlich weitergeben.
Wir stehen hier an einem Platz, der mitten in Schwaikheim liegt. Das ist ein Ort, der spricht. Ein Ort, der Kraft ausstrahlt.
Dieser Platz ist in unserer Mitte, in der Mitte unserer Gemeinde, er heißt sogar „neue Mitte“. Dieser Platz trägt ab heute den Namen, der diese Mitte sichtbar gemacht hat: Gerhard Häuser.
Wenn man hier steht, an der Seite dieser fünf mächtigen Basaltsteine, spürt man etwas Zeitloses. Diese Steine wirken, als wären sie schon immer hier gewesen. Manche nennen diesen Ort den „Stonehenge-Kreisel“ – eine Versammlungsstätte, die Generationen überdauert.
Sie stehen still, fest, unerschütterlich.
Sie erzählen von Beständigkeit. Von Ruhe. Von Kraft.
Und genau das macht sie zu einem starken Bild für Gerhard Häuser.
Er war kein Mann der großen Bühne. Er war ein Mann der klaren Wege.
Einer, der nicht laut sein musste, um viel zu bewegen.
Er war jemand, der wusste: Beständigkeit ist kein Stillstand – Beständigkeit ist ein Fundament.
27 Jahre hat er Schwaikheim geführt. Mit Ernsthaftigkeit. Mit Ruhe. Mit einem Blick für das, was unsere Gemeinde braucht.
Gerhard Häuser war ein nachdenklicher Mensch. Einer, der zuerst hinschaute, bevor er entschied. Einer, der das Scheinwerferlicht nicht gesucht hat, sondern lieber die Ärmel hochkrempelte.
Sein Verständnis des Bürgermeisteramts war klar:
Leiter der Verwaltung.
Repräsentant der Gemeinde.
Vorsitzender des Gemeinderats.
So steht es in seinem Nachruf vom 24. Juni 2021 – und so haben ihn viele erlebt.
Er war ein Bürgermeister, der klare Vorstellungen vom Wohl der Gemeinde hatte – und den Willen, das umzusetzen, was er für richtig hielt. Dieser Weg war oft nicht einfach.
Wenn wir heute durch Schwaikheim gehen, sehen wir seine Spuren überall. Er hat Zeichen gesetzt, große Zeichen.
Nicht nur als Objekte – sondern als Lebensräume.
Das Wohn- und Geschäftshaus mit dem EDEKA ist nicht nur ein Gebäude.
Es ist ein Stück Zukunft, das er angestoßen hat.
Hier können Menschen einkaufen und wohnen.
Wer in der Ortsmitte läuft, kommt an Gerhard Häuser nicht vorbei.
Das ist wohl die eleganteste Form politischer Nachhaltigkeit.
Als Aufsichtsrat der Kreisbau-Gesellschaft hat er dieses Projekt mitgetragen und mitgestaltet. Viele Entscheidungen, die heute selbstverständlich wirken, brauchten damals Mut, Ausdauer und Überzeugung.
Ich habe ein Bild vor Augen, auf dem er einen Bauarbeiterhelm trägt.
Es passt.
Er war einer der größten Baumeister Schwaikheims.
Seine Kindergärten sind die Orte, an denen unsere Kinder zu Schwaikheimerinnen und Schwaikheimern werden.
Seine Wohngebiete sind die Orte, an denen Familien leben.
In der Zeit von 1994-2021 wurde hier der Kindergarten Brunnenstraße neu gebaut, gemeinsam mit der Sozialstation und 22 betreuten Wohneinheiten. Die BhB wurden in seiner Amtszeit 1995 gegründet, der Paula-Korell-Kindergarten erweitert, das Rathaus auch. Das Wohngebiet Grundwiesen wurde 1997/1998 erschlossen.
Das Haus Elim ist Anfang der 2000er Jahre entstanden, das Gewerbegebiet Klingwiesen wurde erschlossen und der Jakob-Korrell-Kindergarten wurde neu gebaut.
Schwaikheim ist gewachsen. Das Wohngebiet Kürräcker kam hinzu und im Jahr 2006 eine zweite Wasserleitung.
Das Baugebiet Heiße Klinge kann in der nächsten Woche die letzte Lärmschutzwand setzen.
Sein größtes Projekt steht hier bei uns: Die Entwicklung der neuen Ortsmitte mit Einzelhandel, Wohnungen und dem Edeka. Die Ortsmitte wurde zu einem modernen Zentrum.
Ihm waren die Menschen wichtig. Die Senioren und die Jungen. Die Ludwig-Uhland-Schule wurde unsere Gemeinschaftsschule. Wichtig war ihm auch der Sport.
Was wir auf keinen Fall unterschlagen dürfen, ist der Weitblick mit dem er die Deutsch-Französische Freundschaft mit dem Bürgermeister von Gorron zu einer echten Freundschaft entwickelt hat.
Die Bausteine einer hohen Lebensqualität tragen uns bis heute:
der Kunstrasen-Sportplatz, mehr Sportanlagen,
das Kulturprogramm „Kultur mit Biss“,
und das größte Projekt der Schwaikheimer Geschichte: die „Neue Mitte“, in der wir geradestehen.
Er hat uns auch die Beziehung zu unserer Partnergemeinde Gorron hinterlassen – ein Fundament der deutsch-französischen Freundschaft.
Darum freut es mich besonders, dass der Gerhard-Häuser-Platz so nah am Gorroner Platz liegt.
Zwei Mittelpunkte, die sich berühren – wie zwei Hände, die sich über Jahrzehnte hinweg gehalten haben.
Für seine Verdienste erhielt er die Bürgermedaille der Gemeinde Schwaikheim.
Und Sie wissen: Die ist nicht leicht zu erhalten.
Dreimal wurde er wiedergewählt.
Dreimal haben die Menschen gesagt:
„Mach weiter, Gerhard.“
Das ist Vertrauen.
Das ist Anerkennung.
Das ist Schwaikheim.
Dieser Platz soll ein Ort sein, an dem wir uns nicht nur an seine Leistungen erinnern, sondern an seine Haltung.
An seine Ruhe.
An seine Ernsthaftigkeit.
Und an seinen leisen Humor, für den man manchmal zweimal hinhören musste.
Natürlich wissen wir, dass dieses Amt nicht nur Sonnenseiten hat.
Es fordert viel – manchmal zu viel.
Und dennoch bleibt das, was er geschaffen hat, bestehen.
So wie diese Basaltsteine: verlässlich, die Zeiten überdauernd.
Diese Steine waren ihm wichtig.
Genau solche sollten es sein.
Sie stehen für den Blick über Schwaikheim hinaus – und vor allem für Beständigkeit, Erdung, Fundament, Kraft und Ruhe.
Ich stehe heute hier mit großem Respekt.
Ein Erbe überreicht zu bekommen heißt Verantwortung zu übernehmen:
Für das Gute, das weitergeführt werden muss.
Für das, was Schwaikheim stark macht.
Für das, was bleibt.
Seine Entscheidungen tragen uns bis heute.
Heute tragen wir seinen Namen in die Mitte unseres Ortes zurück.
Für mich persönlich bedeutet dieser Platz nicht nur eine Würdigung.
Er ist ein Übergang. Ein Brückenschlag. Ein Moment, der zwei Ären miteinander verbindet.
Als ich mein Amt antrat, war Gerhard Häuser nicht mehr unter uns.
Ich konnte ihn nicht mehr fragen, nicht mehr mit ihm diskutieren, nicht mehr mit ihm lachen.
Ich konnte nur sehen, was er hinterlassen hat – und spüren, was ihm wichtig war.
Gerhard Häuser war zuverlässig.
Er war beharrlich.
Er war jemand, der seine Position gehalten hat, wenn der Weg unbequem wurde.
Diese Haltung ist für mich vorbildlich:
Ich durfte hier Brücken bauen – zwischen Menschen, zwischen Meinungen, zwischen Grenzen.
Brücken, die notwendig waren, weil ein Verlust immer auch eine Lücke hinterlässt.
Brücken, die zeigen: Schwaikheim ist verbunden.
Schwaikheim ist handlungsfähig.
Schwaikheim ist zuversichtlich. Der Kreis ist geschlossen.
Ich sehe, wie er Schwaikheim gedacht hat:
als Gemeinde, die etwas leisten soll,
die lebenswert sein soll,
die stark sein soll – nicht durch Lautstärke, sondern durch Klarheit.
Das hier ist ein Platz des Weitergehens, der vielen möglichen Richtungen, aber alle führen von der Mitte aus nach Schwaikheim zu den Menschen.
Dieser Platz ist ein Sinnbild dafür:
Wir stehen auf einem Fundament, das hält.
Wir bauen weiter – mit Zuversicht, mit Mut auch in schlechten Zeiten, mit dem Blick nach vorn.
Und ich weiß:
Wenn wir hier stehen, am Platz dieser Steine in der Neuen Mitte,
dann stehe ich nicht allein.
Wir stehen auf dem, was er geschaffen hat.
Wir stehen in einer Linie, die weitergeht.
Wir stehen in einer Verantwortung.
Darum bedeutet mir dieser Platz sehr viel.
Er ist ein Versprechen – an Schwaikheim, an seine Menschen, an die Zukunft.
Und jetzt kommt der Moment, auf den wir gewartet haben.
Ich darf Sie alle bitten, mit mir gemeinsam den Blick auf die Kupfertafel zu richten.
Unter diesem Tuch verbirgt sich der neue Name dieses Platzes. Herr Dr. Siegl, darf ich Sie bitten, mit mir gemeinsam das Tuch zu ziehen:
(Die Rednerin zieht das Tuch ab.)
Dieser Platz heißt ab heute: Gerhard-Häuser-Platz.
Möge er uns erinnern.
Möge er uns inspirieren.
Möge er uns verbinden.
Möge er den Namen Gerhard Häusers in eine gute, gemeinsame Zukunft tragen.
Vielen Dank.
Rede zur Umbenennung der Lothar-Krüger-Halle
Liebe Angehörige,
sehr geehrter Herr Landrat Sigel,
sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
lieber Jürgen Kiesl,
lieber Markus Motschenbacher,
lieber Bürgermeister außer Dienst Jochen Müller,
sehr geehrte Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Region,
liebe Mitglieder des Kreistags,
liebe Musikerinnen und Musiker vom Musikverein,
liebe Künstler vom Mandolinen-Club und Akkordeon-Orchester,
liebe Schwaikheimerinnen und Schwaikheimer,
liebe Gäste,
Heute ehren wir einen Mann, der Schwaikheim nicht nur geführt hat,
sondern gebaut hat.
Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes.
Als Lothar Krüger 1956 im Rathaus anfing, war Schwaikheim ein Ort,
der mehr Zukunft als Gegenwart hatte.
Als er 1966 Bürgermeister wurde – mitten in die Wirtschaftswunderjahre hinein –
war Deutschland im Aufbruch.
Menschen bauten Häuser, Straßen, Familien.
Und Lothar Krüger erfand Schwaikheim.
Er war 28 Jahre Bürgermeister.
28 Jahre, in denen aus einer kleinen Gemeinde ein Ort wurde,
der heute Heimat für Tausende ist.
Er kam aus Berlin. Mit Absicht!
Schwaikheim besteht zu einem beträchtlichen Anteil, wahrscheinlich mehr als die Hälfte, aus Zugezogenen –
und er wurde einer von uns. Er hat sich so entschieden, und Schwaikheim mit ihm.
Mehr noch: Er wurde ein Bürgermeister „im Volk“.
Einer, der nicht über den Menschen stand,
sondern mitten unter ihnen.
Sein Wahlspruch damals:
„Seid klüger – wählt Krüger.“
Und Schwaikheim war klug.
Sehr klug sogar.
Wer über Lothar Krüger spricht, lächelt.
Das passiert automatisch.
Weil er ein Mensch war, der Nähe geschaffen hat,
ohne sich dafür anzustrengen.
Er war ein Mann, der lachte.
Jemand, der zuhörte.
Ein Mensch, der Türen öffnete, und zwar buchstäblich.
Sein Amtszimmer stand immer offen.
Und wenn es am Wochenende geschlossen war,
nahm er die Dienststelle einfach mit nach Hause.
Reisepass verlängern?
Sonntags?
Natürlich.
Fehlender Stempel?
Erledigt.
Irgendwann war ihm das Hin und Herlaufen zu viel –
da nahm er den Stempel einfach mit nach Hause.
Das ist nicht nur Humor.
Das ist Haltung.
Das ist ein Wert:
Verwaltung ist für Menschen da – er war für die Menschen da! Da ist er mein großes Vorbild!
Er war ein Bürgermeister, der wusste,
dass Nähe kein Stilmittel ist,
sondern ein Grundsatz.
Dass Zuhören kein Aufwand ist,
sondern ein Dienst.
Dass Lachen kein Nebensatz ist,
sondern ein Werkzeug.
Als Lothar Krüger 1966 Bürgermeister wurde,
hatte Schwaikheim rund 7.000 Einwohner.
Als er 1994 in den Ruhestand ging, waren es 8.400.
Aber die Zahlen erzählen nur die Oberfläche.
Die Tiefe sieht man, wenn man durch Schwaikheim geht.
Er hat Wohngebiete geschaffen,
die heute ganze Generationen tragen:
Erbachwegle, Lohwiesen, Mühlhalde I, II und III,
Leimtelle, Rommelshalde.
Schwaikheim hat etwa 65 verschiedene B-Pläne. Herr Krüger ist daran maßgeblich beteiligt.
Er hat die Schule erweitert.
Er hat die Gemeindebücherei entstehen lassen –
die heute die aktivste Bücherei im ganzen Umfeld ist.
Er hat Kindergärten gebaut:
die Lessingstraße – unser erstes Fertighaus in den 70ern –,
die KiTa Bismarckstraße,
die KiTa Rosenstraße.
Er hat das Freizeitzentrum geschaffen,
das im Volksmund liebevoll „Krüger-Nationalpark“ genannt wird.
Er hat die Begegnungsstätte gebaut.
Die Gemeindehalle.
Die Fritz-Ulrich-Halle.
Er hat Räume geschaffen,
in denen Menschen sich begegnen können.
Denn Begegnung war ihm wichtig. Er war eigentlich immer überall, und im Ruhestand danach erst recht.
Gemeinschaft war ihm wichtig.
Menschen waren ihm wichtig.
Darum wird die Gemeindehalle heute seinen Namen tragen.
Lothar Krüger kam in eine Zeit,
in der Deutschland aufbrach,
in der Menschen bauten,
in der Gemeinden wuchsen,
in der man Dinge einfach machte.
Es war eine Zeit,
in der Vorschriften noch zählbar waren
und der „kleine Dienstweg“ straffrei gepflegt werden konnte.
Manchmal wünsche ich mich in solche Zeiten zurück.
Krüger kannte die Abkürzungen.
Er nutzte sie –
für die Menschen.
Für Schwaikheim.
Er war ein Bürgermeister,
der nicht nur wusste, wie Verwaltung funktioniert,
sondern wie Leben funktioniert.
Ich habe ihn wenige Wochen vor seinem Tod besucht.
Wir saßen vor Haus Elim.
Ich habe ihn gefragt:
„Was war das Schwierigste in Ihrer Amtszeit?“
Er musste nicht lange überlegen.
Die Verhinderung der Müllverbrennungsanlage im Dornhau.
Ein Kampf über viele Jahre.
Ein Kampf mit Gemeinderäten, Vereinen, Bürgerinnen und Bürgern,
mit dem Natur- und Umweltschutzverein.
Ein Kampf, den er geführt hat –
und gewonnen hat.
Zum Glück.
Sonst wäre Schwaikheim heute ein ganz anderer Ort.
Dieser Kampf zeigt seine Werte:
Mut. Beharrlichkeit. Verantwortung. Liebe zur Heimat.
Für mich persönlich ist Lothar Krüger ein Vorbild.
Ein Vorbild im praktischen Handeln.
Ein Vorbild im Mut, Wege zu suchen –
auch um Vorschriften herum –,
wenn es für die Menschen notwendig ist.
Ein Vorbild darin,
dass Nähe kein Stilmittel ist,
sondern eine Haltung.
Dass Humor kein Zusatz ist,
sondern eine Brücke.
Dass Pflichtbewusstsein kein Zwang ist,
sondern ein Wert.
Er hat Schwaikheim geliebt.
Er hat sich immer wieder für Schwaikheim entschieden.
Und Schwaikheim hat sich für ihn entschieden.
Seine Familie ist bis heute fest in Schwaikheim verankert,
engagiert in Stiftungen und im Musikverein.
Das spricht für ihn –
und für das, was er aufgebaut hat.
Der Gemeindetag verlieh ihm die Freiherr-von-Stein-Medaille.
Das Bundesverdienstkreuz lehnte er ab –
weil er, wie er sagte,
„nur seine Pflicht gemacht habe“.
Er war Ehrenbürger unserer Gemeinde.
Und er war ein Bürgermeister,
der Senioren mit seinem eigenen Auto
zur Wahl fuhr,
damit sie ihre Bürgerpflicht erfüllen konnten.
Ich habe meine Tür heute genauso offen wie er.
Ich nehme an so vielen Veranstaltungen teil, wie ich kann –
weil ich das Engagement schätze
und die Menschen mag.
Wir haben viel gemeinsam.
Er hat sich für Schwaikheim entschieden.
Ich auch.
Und jetzt kommt der Moment,
auf den wir gewartet haben.
Die Gemeindehalle –
Unser Ort der Begegnung,
unser Ort der Gemeinschaft,
unser Notfalltreffpunkt übrigens auch,
wird ab heute seinen Namen tragen.
Ich darf Sie alle bitten, mit mir gemeinsam den Blick auf die Tafel zu richten.
Diese Halle heißt ab heute: Lothar-Krüger-Halle.
Möge sie uns erinnern.
Möge sie uns verbinden.
Möge sie uns inspirieren.
Möge sie die Wärme, den Humor und die Menschlichkeit tragen,
die Lothar Krüger dieser Gemeinde geschenkt hat.
Vielen Dank