Gemeinde Schwaikheim

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Schwaikheim trauert

Mit Trauer erfüllt uns die Nachricht, dass

 

Lothar Krüger

Altbürgermeister und Ehrenbürger

Träger der Bürgermedaille


am Sonntag, den 4. September verstorben ist.


Wir trauern mit den Angehörigen um unseren langjährigen ehemaligen Bürgermeister


Herr Lothar Krüger prägte von 1966 bis 1994 als Bürgermeister der Gemeinde Schwaikheim und legte zahlreiche Grundsteine für ihre erfolgreiche Entwicklung. Während seiner 28jährigen Amtszeit konnte er Schwaikheim in eine neue Zeit führen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mit ihm zusammenarbeiten konnten, schätzten seine professionelle und humorvolle Persönlichkeit und seine kluge Art, das Amt auf seine unvergleichliche Weise zu führen.
Der Einbezug der Bürgerinnen und Bürger, der jungen und der alten, war ein Anliegen, das er sowohl im Großen wie auch im Kleinen mit Herz und Hand umgesetzt hat. Die Gemeinde Schwaikheim ist ihm zutiefst dankbar für sein Wirken, das noch weit über sein Leben hinausreichen wird.
Der Familie und den Angehörigen gilt unsere Anteilnahme.


Ein Kondolenzbuch liegt ab Donnerstag, den 8. September im Rathaus, Großer Sitzungssaal, aus.

 

 

Nachruf

Lothar Krüger hatte sich für Schwaikheim entschieden, und Schwaikheim sich für ihn: Lothar Krüger war Bürgermeister mit Leib und Seele – und ein Schwaikheimer von ganzem Herzen: Der langjährige Bürgermeister, Ehrenbürger der Gemeinde und Träger der Bürgermedaille ist am 04.09.2022 im Alter von 92 Jahren gestorben.

„Wir verlieren eine große, legendäre Schwaikheimer Persönlichkeit, die unsere Gemeinde in seiner langen und erfolgreichen Zeit als Rathauschef entscheidend geprägt und in eine neue Zeit geführt hat“, sagt Bürgermeisterin Astrid Loff. „Wir müssen aber auch Abschied nehmen von einem lieben, zugewandten und humorvollen Mitmenschen, der immer das Verbindende gesucht hat und immer um Ausgleich bemüht war.“ Er hinterlässt zwei Kinder, fünf Enkel und sieben Urenkel.  „Ich bin dankbar, dass ich vor Kurzem noch ein ganz besonderes Gespräch mit ihm geführt habe, über Schwaikheim, über die Herausforderungen in seiner Amtszeit, über seinen Weg und seine treuen Wegbegleiter“, so die Bürgermeisterin.

Lothar Krüger ist, wie er selbst einmal erzählte, unter harten Bedingungen aufgewachsen. Geboren am 3. Oktober 1929 in Berlin, wurde er schon als Jugendlicher in den Krieg eingezogen – und landete mit gerade einmal 15 Jahren schwer verwundet in russischer Gefangenschaft. Er kam 1956 ins Schwaikheimer Rathaus, nachdem der damalige Bürgermeister Fritz Müller am 17. November 1955 im Staatsanzeiger über das Stellengesuch eines „Verw. Angest., 25 J., verh., in ungek. Stellung“ mit besonderen Kenntnissen „im Kassen-, Haushalts- und Rechnungswesen“ gestolpert war, der auf der Suche nach einer Gemeinde war, „die Aufstiegsmöglichkeiten für den gehobenen Dienst bietet“. 32 Gemeinden schrieben den jungen, aufstrebenden Mann damals an und offerierten ihm eine Stelle. Doch nur einen Brief öffnete er: den aus Schwaikheim, in dem ihm Fritz Müller den Posten des Gemeindeinspektors anbot.
Diese Stelle „war für mich ein Glücksfall“, erinnerte er sich bei seiner Verabschiedung am 8. März 1994 – genauso wie die Zusammenarbeit mit Fritz Müller, von dem er viel gelernt habe und der Lothar Krügers Talente erkannte und ihm schon bald völlig freie Hand ließ. Als Krüger 1966 mit gerade einmal 36 Jahren antrat, um Müllers Nachfolger zu werden, hatten nicht viele den jungen Mann auf dem Zettel: Immerhin hatte er es mit gleich zwei erfahrenen Bürgermeistern als Konkurrenten zu tun. Obendrein konnte Lothar Krüger „damals alles außer Schwäbisch“, wie sich Bernd Fischer als Vertreter des Alt-Bürgermeister-Sprengels bei Krügers 90. Geburtstag erinnerte.
Aber der junge Gemeindeamtmann rührte so eifrig wie selbstbewusst die Werbetrommel für sich. „Seid klüger – wählt Krüger!“ inserierte er im Amtsblatt. Die Schwaikheimer überzeugte sein zupackender Optimismus und taten wie geheißen. Im ersten Wahlgang wurde Lothar Krüger am 16. Januar 1966 mit mehr als 64 Prozent bei einer Wahlbeteiligung von mehr als 75 Prozent zum neuen Schwaikheimer Bürgermeister gewählt. Er blieb es 28 Jahre lang – und zwar „saumäßig gerne“, wie er bei seinem Abschied sagte.
Mit dem Schwäbeln hat es bis zum Schluss nicht so recht geklappt. Aber vorangebracht hat er die Gemeinde zweifellos: In seiner Zeit wuchs Schwaikheim um die Wohngebiete Erbachwegle, Lohweisen, Mühlhalde, Bühl I, II und III, Leimtelle und Rommelshalde. Bei seinem Amtsantritt gab es 6954 Schwaikheimer. Als er 1994 in Pension ging, waren es 8419.

Auch die Bildung lag ihm am Herzen. Die Ludwig-Uhland-Schule wurde unter Lothar Krügers Ägide kontinuierlich erweitert und die Gemeindebücherei eingerichtet, die Kindergärten Lessingstraße, Bismarckstraße und Rosenstraße (jetzt Paula-Korell-Kinderhaus) gebaut, das Freizeitzentrum angelegt, 1973 die Gemeindehalle und 1988 die Fritz-Ulrich-Halle errichtet. Auch die Einweihung der Begegnungsstätte fällt in Lothar Krügers Amtszeit. Schließlich war er es, der die Städtepartnerschaft mit Gorron 1986 unter Dach und Fach brachte.
Neben dem Aufbau neuer Einrichtungen und Infrastruktur in Schwaikheim ging es auch darum, schlechte Entwicklungen abzuwehren. „Auf die Frage nach den größten Herausforderungen im Amt konnte er klar und entschieden den “Kampf um den Dornhau“ nennen. Als er davon erzählt hat, haben seine blauen Augen zugleich ernsthaft und verschmitzt geleuchtet“, sagt Astrid Loff. „Sein Einsatz, um Schwaikheim vor einer Müllverbrennungsanlage zu bewahren, ist weit über die Gemeindegrenzen hinaus gegangen – ein mehrjähriger Kampf, den er gemeinsam mit den Schwaikheimerinnen und Schwaikheimern letztlich zu unser aller Glück gewinnen konnte. An seiner Seite sah er die Weggefährten vom Natur- und Umweltschutzverein, viele weitere Schwaikheimer Vereine, den Gemeinderat und Bürgerinnen und Bürger. Eine Reise zu bereits von Verbrennungsanlagen betroffenen Gemeinden in Norddeutschland habe ihm die Augen geöffnet, danach war das Ziel klar“, so die Bürgermeisterin. „Wenn das nicht geklappt hätte, wäre Schwaikheim heute ein anderes! Auch hierfür ist die Gemeinde ihm dauerhaft dankbar.“
Seinen Mitarbeitenden im Rathaus war er ein unkomplizierter, immer ansprechbarer Chef. Lothar Krügers Tür stand immer offen, auch für die Bürgerinnen und Bürger. Besonders geschätzt wurde er für seinen Humor und sein ausgleichendes Wesen, das ihm oft auch dabei half, politisch heikle Themen zu klären. So gab es im Gemeinderat, der sich sonst in den meisten Fragen recht einig war, bei der Abstimmung über die Stellvertreter des Bürgermeisters jahrelang Hakeleien. Lothar Krüger löste das Gerangel ganz einfach, indem er ein Revirement einführte, das sich heute noch bewährt: Die Stellvertreter wechseln sich jahresweise ab. Als geradeheraus, außerordentlich unerschrocken, souverän und pflichtbewusst und – wenn es sein musste – auch „knallhart und schlitzohrig“ beschrieb der damalige Hauptgeschäftsführer des Gemeindetags, Christian O. Steger, Lothar Krüger bei dessen Verabschiedung. Dass der Gemeindetag Krüger die Freiherr-vom-Stein-Medaille verlieh, passte dem scheidenden Schultes damals nicht. Schließlich hatte er schon das Bundesverdienstkreuz abgelehnt, weil er ja „nur“ seine Pflicht getan habe – „nur hat sich der Gemeindetag darum nicht gekümmert“, so Krüger damals.
Auch in Schwaikheim konnte er sich einer wertschätzenden und ehrenvollen Auszeichnung nicht entziehen: 1991 erhielt er anlässlich seines 25-jährigen Bürgermeisterjubiläums die Bürgermedaille und 1994 wurde Lothar Krüger zum Ehrenbürger ernannt. Die Gemeinde wird ihm ein ebenso herzliches wie ehrendes Andenken bewahren. Er bleibt für uns tief im Herzen Schwaikheims.

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