Gemeinde Schwaikheim

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Interkommunale Landesgartenschau 2032

Die Stadt Winnenden und die Gemeinde Schwaikheim haben sich für die Ausrichtung der Landesgartenschau 2032 beworben. Im Bereich der Zipfelbachtalaue zwischen beiden Gemeinden soll ein Naherholungsgebiet mit grünen Naturräumen entstehen. 

Am 16. Juli 2020 war die Bewertungskommission, welche den Ministerrat der Landesregierung über die Vergabe der Landesgartenschau berät, zu Besuch in Winnenden und Schwaikheim. Sie bekam einen Einblick in die Ideen und geplanten Maßnahmen für die interkommunale Landesgartenschau „Winnenden und Schwaikheim schaffen Raum für Zukunft“. 

Winnendens Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth und Schwaikheims Bürgermeister Gerhard Häuser zeigten der Bewertungskommission beim Rundgang anschaulich, wie hervorragend das Miteinander der beiden Kommunen bisher funktioniert. Sie präsentierten die gemeinsame Vision eines Naherholungsgebiets im Zipfelbachtal.
Gute Zusammenarbeit ist für Winnenden und Schwaikheim seit vielen Jahren selbstverständlich und ein Garant für die positive Entwicklung beider Kommunen. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler pendeln jeden Tag mit dem Fahrrad durch das Zipfelbachtal zu den Gymnasien nach Winnenden oder zur Gemeinschaftsschule nach Schwaikheim.

Bereits seit 1975 gibt es außerdem den Gemeindeverwaltungsverband, welcher partnerschaftlich alle baurechtlichen Angelegenheiten der Kommunen regelt. Logische Konsequenz, dass Winnenden und Schwaikheim sich gemeinsam für eine Landesgartenschau bewerben.

Auftakt im Schlosspark des Schlosses Winnental 

Begrüßt wurden die Kommissionsmitglieder von Anett Rose-Losert, Geschäftsführerin des Klinikums Schloss Winnenden (ZfP) im Schlosspark des Schlosses Winnental. Der Schlosspark umfasst 19 Hektar und liegt mitten in der Stadt. „Als psychiatrische Landesklinik freuen wir uns sehr, Teil der Bewerbung um eine Landesgartenschau sein zu dürfen. Wir möchten den psychiatrischen Klinikbereich für die Bevölkerung öffnen und der Stigmatisierung von psychischen Krankheiten entgegenwirken“, so Anett Rose-Losert. Auch Landrat Dr. Richard Sigel war zum Auftakt des Bewerbungsbesuchs gekommen: „Mit der Remstalgartenschau haben wir bereits hervorragende Erfahrungen gemacht. Der Rems-Murr-Kreis hält zusammen und lebt Interkommunalität vor. Schwaikheim und Winnenden haben die besten Voraussetzungen für eine gemeinsame Landesgartenschau.“ 
Vom Schlosspark führte der Weg der Kommission über die Schlossstraße in das Herz Winnendens, den Marktplatz mit seinem Marktbrunnen. Hier kann sich Landschaftsarchitekt Urs Müller-Meßner eine Begrünung und ein Erlebbarmachen der Stadtplätze sehr gut vorstellen: „Die Fußgängerzone im Altstadtkern lädt zum Verweilen ein. Trotzdem ist Straßenbegleitgrün untergeordnet. Der fahrende und ruhende Verkehr dominieren. Potenziale, die innerstädtische Lebensqualität auf den Plätzen zu verbessern, sind vorhanden.“ Auch am Kronenplatz, wo die alte B14 kreuzt, ist dieses Phänomen sichtbar. Ältere Gebäude wie die Kastenschule oder das Gasthaus Krone harmonieren mit den Neubauten des Mehrgenerationenhauses und dem Gebäude am Holzmarkt. Grünflächen sind aber kaum sichtbar. 

Winnender Bahnhof und IBA-Quartier 
Vom Kronenplatz ging es für die Mitglieder der Bewertungskommission mit dem Bus über die Leutenbacher Straße zum Bahnhof Winnenden. Der zentrale Omnibusbahnhof in Winnenden, von welchem der Kernbereich der geplanten Landesgartenschau fußläufig erreichbar ist, ist optisch in die Jahre gekommen und nur in Teilen barrierefrei ausgebaut. Für die Zukunft soll dort ein moderner Mobilitätshub entstehen, welcher gemeinsam mit den geplanten IBA Quartieren einen einladenden Stadtempfang für Winnenden schafft. Markus Schlecht, Amtsleiter des Winnender Stadtentwicklungsamts, stellte die Pläne zum IBA-Quartier vor: „Die Stadt Winnenden hat sich zusätzlich um die Aufnahme in das IBA’27-Netz beworben. Die heute unbebauten Flächen zwischen der Marbacher Straße und der Schwaikheimer Straße hinter dem Bahnhof sind für eine gemischte Bebauung vorgesehen. Hier sollen Ladenflächen, Büros und Wohnräume mit einem modernen Mobilitätskonzept entstehen. Der Bahnhof ist dabei Drehscheibe, Eingang zur Landesgartenschau und Ausgangspunkt der Quartiersentwicklung.“ 

Mit dem Bus durchs das Zipfelbachtal nach Schwaikheim 
Das Zipfelbachtal soll der Kernbereich der Landesgartenschau werden und ist das verbindende Element der beiden Kommunen. Momentan eher als Wirtschaftsweg für Fuß- und Radwege genutzt, sehen die Pläne dort ein Naherholungsgebiet für Bürgerinnen und Bürger vor. Unter der B14-Brücke, wo sich bereits ein Bikepark befindet, sollen weitere Abenteuerspielflächen für junge Menschen entstehen. Ziel ist es zudem, den Bachlauf aufzuwerten und in ausgewählten Bereichen für den Menschen zugänglich zu machen. Eine besondere Rolle wird vor allem das Wasser spielen. Im Zipfelbachtal befindet sich das Klärwerk der Stadt Winnenden. Den Besuchern soll das Wasser unter dem Aspekt der Nutzung und als wertvolle Ressource der Zukunft zugänglich gemacht werden. Auf Schwaikheimer Gemarkung liegt das Naturschutzgebiet „Teufelsbrunnen“. Eine unterirdische Quelle aus Muschelkalk befindet sich dort im Biotop. Das Wasser wird im Tiefbrunnen Rössleswiesen aufgearbeitet und als Eigenwasser an die Schwaikheimer Haushalte verteilt. Die Legende des Teufelsbrunnes erzählte Bürgermeister Gerhard Häuser den Kommissionsteilnehmern bei der Busfahrt durchs Zipfelbachtal. Bei der Landesgartenschau könnten dieser auch viele Bürgerinnen und Bürger lauschen. Auch das Thema Klimaschutz spielt in der Machbarkeitsstudie eine Rolle. „Winnenden ist bereits seit 1996 Mitglied im Klimabündnis, führt seither ein dauerhaftes Energiemanagement durch, mit einem regelmäßigen Monitoring in Form von Nachhaltigkeits- und Energieberichten. Erst im letzten Jahr wurden 11 kommunale Klimaschutz-Handlungsfelder verabschiedet. Unsere Stadtwerke betreiben ein umfangreiches Fern- und Nahwärmenetz im Stadtgebiet mit Deponiegasnutzung und Nutzung der Energie aus Abwässern sowie weiteren Quellen der erneuerbaren Energien. Schwaikheim ist Mitglied der Energieagentur, beteiligt sich am European EnergyAward und hat eine solare Bürgergenossenschaft vor Ort“, erläuterte Jürgen Kromer, der Beauftragte für Umweltschutz der Stadt Winnenden. Das Zipfelbachtal wird dabei in Zukunft ein wichtiger Baustein im Sinne der Themen Klimawandel und Klimaanpassung sein. 

Vom Schwaikheimer Freizeitgelände in den Ortskern 
Der Landschaftsraum Schwaikheims ist geprägt von intensiver landwirtschaftlicher Nutzung. Einzig der Zipfelbach, welcher innerhalb Schwaikheims zum Großteil kanalisiert oder unterirdisch fließt, und einige Streuobstwiesen bringen Abwechslung. Wenige Erholungsflächen gibt es unter anderem im Freizeitgelände der Gemeinde. Der renaturierte Entenbach, die Fußballplätze, das Festgelände und der beliebte Spielplatz am Ententeich zeigen die grüne Seele Schwaikheims. Die Pläne der Landesgartenschau sehen vor, das Freizeitgelände als Veranstaltungs- und Aufenthaltsfläche in den Kernbereich miteinzubeziehen. Schwaikheim hat sich städtebaulich vom eigentlichen Ortskern am Rathaus zum Bahnhof entwickelt. Das größte Projekt seit vielen Jahren ist momentan der Bau der "Neuen Mitte". Dort entstehen neben Ladenflächen auch Wohnungen und Aufenthaltsplätze. Einkaufen ist in Schwaikheim direkt im Ort möglich. Viele öffentliche Plätze werden jedoch als Parkflächen genutzt und verlieren durch die Verdohlung des Zipfelbachs zusätzlich an Aufenthaltsqualität. Hier verbirgt sich großes Potenzial für eine Aufwertung durch die Landesgartenschau. 

Fragen der Kommission im Schwaikheimer Rathaus 
Im Schwaikheimer Rathaus stellten die Kommissionsmitglieder Fragen an die beiden Verwaltungschefs und die Planer von Kienleplan. „Wurde mit den ehrenamtlichen und hauptamtlichen Vertretern des Naturschutzes gesprochen?“, lautete die Frage eines Kommissionsmitglieds. „Ja, wir haben die Vertreter des Naturschutzes zu einem Gespräch eingeladen. Sie haben die Pläne einer Landesgartenschau begrüßt und uns darauf hingewiesen, sensible Landschaftsbereiche zu schützen. Das ist selbstverständlich auch unser Ziel“, berichtet Bürgermeister Gerhard Häuser. Auch die Frage nach dem finanziellen Spielraum wurde gestellt. Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth und Bürgermeister Gerhard Häuser sind sich sicher, dass die Kommunen dieses Projekt stemmen können: „Wir sind finanziell gut aufgestellt. Bis 2032 ist es noch eine Weile hin, aber Stand heute erlauben unsere Kassen ein Projekt wie die Landesgartenschau.“ Abschließend erkundigte sich die Kommission, ob die beiden Kommunen sich auch vorstellen könnten, einige der Maßnahmen ohne den Zuschlag einer Landesgartenschau umzusetzen. Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth brachte es auf den Punkt: „Wir könnten kleckern aber nicht klotzen. Um solch ein zusammenhängendes Gesamtprojekt umzusetzen, braucht es den Schub einer Landesgartenschau.“ 

Verabschiedet wurden die Kommissionsteilnehmer am Schwaikheimer Bahnhof. Die Entscheidung über die Vergabe der Landesgartenschau fällt im Oktober 2020. Bis dahin dürfen Winnenden und Schwaikheim gespannt hoffen.

Die ersten Schritte zur Bewerbung im Herbst 2019

Die Gemeinde Schwaikheim und die Große Kreisstadt Winnenden planen eine gemeinsame Bewerbung für eine interkommunale Landesgartenschau Winnenden-Schwaikheim 2032. Landesgartenschauen in Baden-Württemberg sind Erfolgsmodelle. Sie steigern die Lebensqualität in Städten und Gemeinden. Grüne, urbane Freiräume entstehen. Der Innovationschub für den Städtebau, die lokale Wirtschaft und die Stadtgesellschaft ist in den Gartenschaukommunen jeweils deutlich spürbar. Das Land Baden-Württemberg schreibt die Erfolgsgeschichte nun fort und hat die künftigen Landesgartenschauen und Gartenschauen für die Jahre 2031 bis 2036 ausgeschrieben.

Gemeinsam wollen die beiden Kommunen den möglichen gemeinsamen Weg für eine zukunftsfähige interkommunale Bewerbung mit der Erarbeitung einer Machbarkeitsstudie gehen. 

Enormes Potenzial

Für uns ist klar: In einer möglichen gemeinsamen Landesgartenschau 2032 und dem Weg dorthin könnte für jede unserer Kommunen ein enormes Potential mit nachhaltigen Impulsen stecken: 

•    Schaffung neuer Wohngebiete und Wohnformen mit Quartieren, die sich selbst mit Energie versorgen und an die Folgen des Klimawandels angepasst sind sowie die Attraktivierung von Wohnumfeld
•    Verbindung von Stadtquartieren und Stadtteilen miteinander
•    Schaffung nachhaltiger Gewerbeareale
•    Neue Wege der Mobilität, Schaffung und Verbesserung von Mobilitätspunkten wie beispielsweise an den Bahnhöfen, Thema Verkehrsführung und Verbesserung von Fußgängerwegen
•    Einbeziehung unseres gemeinsamen Zipfelbachs als grünes Wasserband mit der Funktion eines Bindeglieds zwischen Innen- und Außenraum
•    eine Gartenausstellung mit Zukunftsthemen wie Digitalisierung/neue Formen der Kommunikation im Freibereich, Energiewende, Klimawandel, das "Älter werden" und "Bunter werden" unserer Gesellschaft sowie pflanzliche und landwirtschaftliche Themen, die neu interpretiert werden.

Ein Aspekt ist uns besonders wichtig. Unsere Bürgerschaft sollte von Anfang an mitreden und mitgestalten können. Nur mit einem Konzept, das Identität stiftet und möglichst viele Menschen einbezieht und motiviert, können wir den notwendigen Schulterschluss, der für den Erfolg unserer Landesgartenschau und das neue Winnender Stadtquartier mit entscheidend wäre, schaffen. 
Auf der Internetseite der Gemeinde Schwaikheim (Rubrik "Freizeit/Aktiv&Natur") sowie der Stadt Winnenden werden wir Sie regelmäßig über den aktuellen Stand informieren. Im Mitteilungsblatt der Gemeinde Schwaikheim sowie im "Blickpunkt" der Stadt Winnenden werden wir kontinuierlich über die interkommunale Landesgartenschau Winnenden-Schwaikheim 2032 berichten.

 

Kontakt zur LGS'32 Winnenden-Schwaikheim

Bei Fragen und Anregungen zur LGS’32 Winnenden-Schwaikheim schreiben Sie eine E-Mail an das Schwaikheimer LGS'32-Team unter lgs(@)schwaikheim.de.

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