Hitzeschutz

Die steigenden Temperaturen im Zuge des globalen Klimawandels haben weitreichende Auswirkungen auf unsere Umwelt und unser Wohlbefinden. Insbesondere extreme Hitzeperioden können erhebliche Risiken für die Gesundheit darstellen.

Auf dem Hitzeportal des Landratsamtes Rems-Murr-Kreis wirft einen genaueren Blick auf die Verbindung zwischen Hitze und Gesundheit sowie darauf, wie man sich effektiv vor den Gefahren extremer Hitze schützen kann.

Hitzeportal des Landratsamtes Rems-Murr-Kreis

Infos und Tipps für den Hitzeschutz im Alltag – So kommen Sie gut durch heiße Tage

Richtig trinken • Nehmen Sie über den Tag verteilt 2 bis 3 Liter Flüssigkeit zu sich – auch wenn Sie noch keinen Durst verspüren • Am besten eignen sich Wasser, lauwarme bis kühle Tees ohne Zucker (gerne mit Minze und Zitrone) oder Saftschorlen • Trinken Sie am besten stündlich ein Glas • Vermeiden Sie sehr kalte oder eisgekühlte Getränke – die schonen Ihren Magen nicht • Lassen Sie die Finger von Alkohol und begrenzen Sie Koffein und Zucker. Ein bis zwei Tassen Kaffee sind okay, aber größere Mengen wirken harntreibend • Bei starkem Schwitzen (Sport, körperliche Arbeit) helfen elektrolythaltige Sportgetränke oder eine Brühe

Leicht essen • Essen Sie lieber mehrere kleine Mahlzeiten statt drei großen • Besonders gut sind leichte, frische und kühle Sachen: Obst, Gemüse, Salat, fettarme Suppen, fettarme Milchprodukte • Ideal sind wasserreiche Lebensmittel wie Melone, Gurke, Tomate oder Erdbeeren • Vermeiden Sie schwere, fettige Speisen – die belasten nur Ihren Kreislauf

Die Wohnung kühl halten • Lüften Sie nur dann, wenn es draußen kühler ist als drinnen. Sonst verschieben Sie es auf die Nacht oder frühe Morgenstunden • Öffnen Sie beim Lüften alle Fenster gleichzeitig – durch diese Querlüftung gelangt frische Luft besonders schnell in alle Räume • Halten Sie die Fenster tagsüber geschlossen • Verschatten Sie sonnenbeschienene Fenster mit Rollos und Jalousien. Am effektivsten ist die Verschattung von außen durch Fensterläden, Rollläden oder Außenjalousien • Helle, reflektierende Materialien sind besonders wirksam • Schaffen Sie Schattenplätze auf Balkon oder Terrasse mit Markisen, Sonnensegeln oder -schirmen • Ein Ventilator hilft auch. Stellen Sie als „Kühlmittel" ein Gefäß mit Eiswürfeln davor, dann verstärkt sich die Wirkung • Richten Sie den Ventilator nicht direkt auf sich, sondern stellen Sie ihn in einiger Entfernung auf • Die Raumtemperatur sollte tagsüber unter 26 °C und nachts unter 20 °C liegen. Spätestens ab 32 °C tagsüber bzw. 24 °C nachts müssen Sie dringend aktiv kühlen oder kühlere Orte aufsuchen • Benutzen Sie möglichst wenige elektrische Geräte und vermeiden Sie den Standby-Modus

Den Tagesablauf anpassen • Halten Sie sich zwischen 11 und 17 Uhr möglichst wenig draußen auf – das ist die heißeste Tageszeit • Verzichten Sie während dieser Zeit auf intensive körperliche Aktivitäten und Sport • Verlegen Sie Einkäufe, Termine und Erledigungen in die kühleren Morgen- und Abendstunden • Halten Sie sich zu Hause im kühlsten Raum auf – das gilt auch nachts • Hat sich Ihre Wohnung stark aufgeheizt, verbringen Sie täglich 2 bis 3 Stunden an einem kühlen Ort außerhalb Ihrer Wohnung • Wenn Ihre Wohnung zu heiß wird: Suchen Sie klimatisierte öffentliche Orte auf.

Draußen richtig schützen • Meiden Sie Orte mit direkter Sonneneinstrahlung und halten Sie sich möglichst im Schatten auf • Meiden Sie große Asphalt- oder Betonflächen – diese Materialien speichern die Wärme • Suchen Sie zur Abkühlung schattigen Plätze in Parks, Gärten oder Hinterhöfen • Meiden Sie die Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr – da ist die UV-Strahlung am stärksten. Die größte Hitze bildet sich bis 17 Uhr • Legen Sie bei Aufenthalten in der Sonne aktiv „Sonnenpausen" im Schatten ein • Cremen Sie sich immer mit Sonnenschutzmittel (LSF 30 oder höher) ein, wenn Sie rausgehen

Die richtige Kleidung • Tragen Sie leichte, luftige und atmungsaktive Kleidung aus Viskose, dünner Baumwolle, Leinen oder Seide • Wählen Sie helle statt dunkle Kleidung – helle Kleidung reflektiert Sonnenstrahlung und hält Sie kühler • Tragen Sie eine Kopfbedeckung mit breiter Krempe oder Schirm und Nackenschutz • Schützen Sie Ihre Augen mit einer Sonnenbrille

Aktiv abkühlen • Legen Sie sich kühle, feuchte Umschläge auf Arme, Beine, Stirn oder Nacken • Machen Sie kühle Fußbäder oder halten Sie Ihre Unterarme unter kühles Wasser • Benetzen Sie Ihr Gesicht, den Nacken und die Schläfen mit kühlem Wasser • Benutzen Sie einen Fächer • Trocknen Sie sich nach dem Duschen oder Baden nur oberflächlich ab • Benutzen Sie kühlende Lotionen und Sprays oder betupfen Sie Schläfen, Hals und die Stellen hinter Ihren Ohren mit kaltem Wasser

Besser schlafen bei Hitze • Schlafen Sie im kühlsten Raum der Wohnung • Benutzen Sie leichte Bettwäsche oder tauschen Sie Ihre Bettdecke gegen ein leichtes Leinentuch aus • Sie können auch unter einem leeren Bettbezug oder einem Laken aus Baumwolle schlafen • Nehmen Sie eine Wärmflasche mit kaltem Wasser mit ins Bett, wenn Ihnen zu warm ist • Tragen Sie leichte Nachtwäsche aus luftigen, atmungsaktiven Stoffen wie Baumwolle, Seide oder anderen Naturfasern

Sport bei Hitze • Reduzieren Sie Dauer und Intensität Ihrer Trainingseinheiten • Trainieren Sie am besten in den kühleren Morgenstunden oder späten Abendstunden • Vermeiden Sie Training am späten Nachmittag – da werden oft die höchsten Tagestemperaturen erreicht • Intensives Ausdauertraining ist bei Temperaturen über 30 °C nicht zu empfehlen • Trinken Sie häufig kleine Mengen und frühzeitig – nicht erst, wenn Sie Durst bekommen • Meiden Sie während des Trainings eiskalte, stark zuckerhaltige Getränke • Nutzen Sie „Entwärmungspausen" in kühleren Bereichen • Tragen Sie leichte, atmungsaktive Sportbekleidung aus Funktionsfasern • Duschen Sie nach dem Training lieber lauwarm statt eiskalt • Trainieren Sie nicht bei Infekten oder Unwohlsein

Medikamente • Wenn Sie regelmäßig Medikamente nehmen (z.B. Blutdrucksenker, Diuretika, Insulin), besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob diese bei Hitze angepasst werden müssen • Beachten Sie streng die Lagerungshinweise – viele Medikamente dürfen nicht über 25 °C gelagert werden, Insulin gehört in den Kühlschrank • Lassen Sie Medikamente niemals im Auto!

Auf andere achten • Achten Sie auf sich und andere, vor allem auf Kinder und ältere Menschen • Sprechen Sie mit Angehörigen, Freunden und Nachbarn über angekündigte Hitzewellen

Vorbereitet sein • Achten Sie auf Hitzewarnungen im Radio, Fernsehen, in der Zeitung oder im Internet • Verfolgen Sie die Temperaturentwicklung per App – zum Beispiel mit der Hitzewarn-App des Deutschen Wetterdienstes

Quelle - Alle Informationen unter: www.klima-mensch-gesundheit.de

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